RSS-Feed

Krebs

Wie man zum Mörder wird – wie man Vertrauen verspielt – Mut, Lebensfreude und Zuversicht gegen mörderische Gier.

Ein Apotheker aus einer Stadt in Deutschland hat Mittel, mit denen Krebs bekämpft wird, gefälscht. Sie enthielten zu wenig oder gar keine Medikamente, die zum Kampf gegen diese Krankheit  notwendig sind. Seine Angestellten ahnten vom dem Treiben, aber ihre Angst verhinderte eine rechtzeitig Entdeckung dieses teuflischen Tuns.

Diese Nachricht macht einen fassungslos. Ein gieriger, teuflischer Vertreter einer Branche, die vom Vertrauen ihrer Kunden lebt, setzt die Leben vieler Menschen aufs Spiel und raubt damit vielen Menschen die Tochter oder die Mutter, die an der häufigsten Krebsform, dem Brustkrebs erkrankt waren.  Er bereicherte sich schamlos am unrechtsmäßig gezahlten Gebühren – und keiner hindert ihn, weder die ängstlichen Angestellten noch eine rigorose Prüfung.

zimmermann-platzverweis-fuer-eine-erbse_b487ef3195a585364960984241b8bcfeEine schreckliche Geschichte, die einem jeden Glauben und Zuversicht raubt. Doch!! es gibt dafür  ein Gegenbeispiel, das Mut, Vertrauen und  Zuversicht zurückgeben kann. Platzverweis für eine Erbse nennt Renate Zimmermann ihr Mutmachbuch im Kampf gegen den Krebs. Ein Protokoll einer Lebensbedrohung  zu einer Zeit, in der für eine junge Frau Gedanken an ein Lebensende weit entfernt sind. Und doch welch ein Mut, Klugheit und Lebensfreude schimmert in diesem Tagebuch eines Kampfes gegen die Krankheit, der Tag für Tag geführt wird. Voller Humor überwindet Frau Zimmermann auch die schrecklichsten Erfahrungen dieser Tage und wird gesund.

Und jetzt – Mit ihren Schreibwerkstätten und Schreibwettbewerben ist sie Heimat und Anlegehafen für viele junge Menschen, die mit ihr die schönsten Erlebnisse teilen. Oasen der Großstadt nannte sie den Schreibwettbewerb für die IGA, in denen junge Menschen keine Gärten schilderten, sondern ihre Erlebnisse und Orte der Freude. Umwelt braucht Fantasie , hier wird sie sichtbar und erlebbar unter der Führung dieser Frau.

Für ihre Schreiberlinge und ihre Bibliothek  ist Frau Zimmermann nicht nur Ansprechpartnerin, sondern Heimat, sie gibt dem Leben dieser jungen Menschen Glanz und Freude, sie verströmt Zuversicht und Mut, auch uns, wie wir es während der Buchwoche am 9.11. mit ihr und bei ihr erleben konnten.

Wollen Sie Renate Zimmermann kennen lernen? Kommen Sie zu BuchBerlin am Sonntag, den 26. November im Estrelle Hotel um 12.40 – sie wird zu uns und Ihnen sprechen.

Advertisements

Stadt Land Buch – Buchwoche in Berlin und Brandenburg. Liebe zu Lebus

6341130773_288affcb62_z

Oder bei Lebus (c) stachelbeer

Jedes Jahr, wenn der Verlag Simon-BW in dem Veranstaltungsmarathon der Buchwoche mitspielen will, fahre ich nach Lebus, einer kleinen idyllischen Community im Nordosten von Frankfurt/Oder, an der polnischen Grenze: 3000 Einwohner, Schule, 2 Kindergärten, Ärztin, Sportverein und eine Bibliothek. Es erwarten mich 40 bis 50 aufmerksame, freundliche Zuhörer (mehr Zuhörerinnen) zu einer literarischen gemütlichen Stunde. Das Interesse ist groß, so groß dass mir in jedem Jahr die Leseabenteuer der Bücher des vergangenen Jahr berichtet werden. Die Lesung stand in diesem Jahr unter dem Motto Vorbilder, so wie es S. Lenz in seinem Jahr vor mehr als 50 Jahren behandelt hat und wie die beiden Bücher, Wege der Hoffnung und das Tagebuch des Johannes Spiecker es exemplarisch, wenn auch mit sehr verschiedenen Gesichtspunkten vorstellten. Dies gab Anlass zu lebhaften Gesprächen zur Freude jedes Verlegers und Buchmenschen.

Ein offenes interessiertes Publikum. Ist das selbstverständlich? Nein mitnichten, alle Veranstaltungsorte in Berlin werden zustimmen, welche Schwierigkeiten es macht, ein literarische neugieriges Publikum zu gewinnen, in einer Zeit, die, wie man sagt, dem Lesen mehr und mehr abgeneigt ist und sich oft nur auf die kurzen Texte des Internet Lesung Lebuskonzentrieren kann.

Lebus hat eine Bibliothek, keine große, aber eine liebevoll eingerichtete Bibliothek, die nicht nur Bücher und Materialien, sondern Online-Service und Zugang zu allen Dienstleistungen anbietet, die man heute anbieten sollte. Dazu eine Bibliothekarin, die Wünsche erfüllt, Veranstaltungen füllt und Kindern das Lesen beibringt. Wenn D. Lankes seine These von der Bibliothek und besonders Bibliothekarin in den Raum stellt, die ihre Kommune positiv entwickeln soll, dann sollte Lankes nach Lebus eingeladen werden, hier ist sie. Sie ist aber nicht nur das lebendige Beispiel für seine These sie ist auch ein Bollwerk gegen Hass oder schlicht schlechte Laune. Ihre Freude und ihre Begeisterung wecken Freude am Lesen und Leben.

Liebe Politiker, wenn ihr weiter für die AFD und alle ähnlichen Gruppierungen werben wollt, dann schließt diese Bibliothek!  Ihr könnt keine bessere Reklame für dieses Gedankengut finden. Wenn ihr aber – und wenn es nur ein paar Minuten des Nachdenkens ist, eine fröhliche, muntere, neugierige Kommune haben wollt. Hier ist sie. Fahrt nach Lebus und lasst euch anstecken  von einer solchen, am Menschen ausgerichteten Kulturarbeit, die so wenig in euren Programmen findet.

Jahr der Reformation oder Lutherjahr?

Hier stehe ich, ich kann nicht anders.

4538995604_1ef918c252_z

Luther (c) gravitat-OFF

Dieser berühmte Luther Ausspruch wurde zum Titel eines Theaterstücks,  das am 31. Oktober, dem einmaligen Feiertag der 500 Jahresfeier zum Anschlag der lutherischen Thesen im Deutschen Theater, Berlin  durch Jugendliche aufgeführt wurde. Dem waren viele Diskussionen und Debatten voran gegangen, die noch am Morgen des gleichen Tages im Deutschlandfunkt zusammengefasst wurden, Luther oder Reformation? Verbunden mit dem Vorwurf an den Antisemiten Luther oder der mangelnden Aufmerksamkeit für andere Mitspieler der Reformation wie Bugenhagen, Melanchthon, Zwingli u.a.

Mögen nun dem Menschen Luther wegen seiner Verurteilung der mörderischen Bauern oder seiner Feindschaft für die Juden Vorenthaltungen gemacht werden, dieses ich stehe hier, ich kann nicht anders sollte den Menschen und besonders den Deutschen Leitbild, Leitkultur und Vorbild sein. Man stelle sich vor, nicht nur angesichts eines drohenden Chef (die Kirche), einer feindlichen Umwelt (die mittelalterliche Kommune) begibt sich ein Mensch mitten hinein in diese drohende  Welt (mit dem sicheren Tod) nutzt keinen Ausweg, auch wenn ihm dieser gewiesen wird und sagt, hier stehe ich, ich kann nicht anders – ein Wegweiser und ein Vorbild. Ganz gewiss nicht für jenen ev. Bischof, der bei seinem Besuch in der Grabeskirche sein Kreuz abnahm, das er sonst so stolz trägt, aber doch für alle, die manchmal unfroh, manchmal ängstlich oder  immer unbeirrt ihren Weg gehen.

Wie Johannes Spiecker, der in einer bedrohlichen Umwelt und feindlichen Regierung seine Stimme für die Schwarzen erhob in: Mein Tagebuch oder Willi Bredemeier, der mit seiner klugen sich über Jahrzehnte erstreckenden Analyse zeigte, welche Folgen politische Feigheit für eine große Region und ihre Menschen hat: Ein Anti-Heimat-Roman-Bildungsreisen für ein unbekanntes Land, ja auch Sigmund Freud, der gegen eine bornierte Wissenschaftsumgebung versuchte, eine neue Wissenschaft vom Menschen zu gründen. Selbst der bearbeitete Unterhaltungsroman von N. von Eschstruth Polnisch Blut zeigt, wie böse Einflüsterer den Ton einer ganzen Gesellschaft bestimmen können, wenn sich ihnen nicht mutige Menschen in den Weg stellen.

Zeitzeugen mögen Vorbilder sein. Sie sind es zu ihren Lebenszeiten sehr oft nicht aber als Zeugen ihrer  Zeit verkörpern sie Mut und Zuversicht, bei aller Einsamkeit, gegenüber einer feindlichen Umwelt, persönlichen Anfeindungen und  allen  Versuchen, sie von ihrem gesetzten Ziel abzubringen. Dafür steht Luther – dies sollten wir uns nicht nehmen lassen, sein Mut sei unser Vorbild  und das der  Zeitzeugen.

 

Buchmesse in Frankfurt/Main: Deutschland und Frankreich – Steilvorlagen für den Unternehmenserfolg – Digitization – redefinigand innovation – new businnesses

Die Buchwelt jubiliert. Von den höchsten politischen Funktionsträgern Deutschlands und Frankreichs, früher erbittert im gegenseitigen Krieg gelegen, heute in Freundschaft verbunden, wurde die diesjährige Buchmesse eröffnet und DIE ZEIT  feierte, Frankreich schreibt wieder, was offensichtlich war, denn es waren  über 100 Verlage aus Frankreich vertreten, wenn diese auch zur Enttäuschung der frankophilen Besucher schon um 11.00 Uhr am Sonntag ihre Stände räumten. Doch der Jubel war willkommen, vielleicht angesichts der auftauchenden Skandale während der Besuchstage ein wenig überbewertet. Gemessen an den offen oder versteckt geäußerten Probleme der Buch- und Informationsbranche und der leisen Langeweile, die einen Fachbesucher beim Durchgang durch die Halle 4 beschlich, doch ein wenig mit getrübter Freude.

Aber es gibt die Steilvorlagen. Diese beziehen sich auf eine herbeigesehnte Situation beim Fußball, da sie fast immer zum Erfolg führt. Diese Veranstaltung, vom Arbeitskreis für Information in Kooperation mit der Buchmesse organisiert, gab der reinen Bücherschau eine neue und willkommene Dimension. Für die Frühjahrsmesse in Leipzig erwies sich Leipzig liest als ein Erfolgsmodell weil es der Buchmesse über die Ausstellung hinaus den Ruf eines Lesefestes verlieh. Dieses ist in einer Zeit abnehmender Liebe zur Literatur besonders wichtig. Dafür ist eine Zahl auch kleiner Verlage, die eine Teilnahme in Frankfurt nicht ermöglichen können, aber Partner für Gespräche und Austausch sind, jenseits aller Werbung und dem reinen Angebot von Produkten, notwendig.

Dies ist verstärkt der Wunsch der Kunden, auch der zukünftigen, und wurde durch das Thema Digitalisierung bei den Steilvorlagen deutlich. Von disruption sprach der Keynote Speaker Dr. Ball von der ETH Bibliothek in Zürich und wies lebhaft und eindringlich auf die unvorhersehbaren Veränderungen, die vor uns liegen, hin. Damit lag er auf der gleichen Linie wie die unzähligen Tagungen und Workshops, die den Veranstaltungskalender der Hauptstadt schmücken und doch nicht verhindert haben, dass die Verwaltung der gleichen Stadt im Vergleich mit seinen europäischen Nachbarn das Schlusslicht dieses Kontinents bildet. Der Hinweis auf den qualitativen Sprung aber ängstigt, weil man keine Vorstellung hat, wie dieser aussehen wird. Wir nehmen an, dass das Statement dieser Keynote, aus der Erfahrung der Vergangenheit läßt sich nicht auf die Zukunft schließennicht zutrifft. Man sehe nur die Entwicklung auf diesem Gebiet in US-Amerika und Deutschland an, der große transatlantische Mitspieler bekam Amazon und Google, Berlin ein Internet-Institut, um nur ein Beispiel zu nennen, das aufzeigt, wie die kulturellen Strukturen von langer Dauer auch dieses gegenwärtige Handeln beeinflussen und beeinflussen werden. Der Bestseller Tyll auf dieser Messe lässt ahnen,  wie sehr eine Vernachlässigung dieses Phänomens Schaden anrichten kann. Eine Untersuchung würde  vielleicht helfen, herauszufinden, warum es zwischen Berlin und Hamburg kein Netz gibt, was auf dem platten Land in der Türkei selbstverständlich ist, in Estland und den skandinavischen Ländern schon seit Jahren, wie Arne Krüger, Berlin anführte. Angst und Gier führen zu den dunklen Seiten der Macht und wo Widerstand ist Wachstum waren die Eckpunkte seines exzellenten Vortrages.

Glücklicherweise wurden alle Vorträge von dem überaus geschickten Tim Brower zusammengeführt und damit auf eine praktische Ebene gehoben und luden damit zu einem Gespräch ein, das auch Mut zu diesen bevorstehenden Veränderungen machte. Erfolgreiche Geschäftsmodelle wie von Dipl. Ing. Bauer aus Österreich wurden mit freundlich, aufrichtig, mutig vorgestellt oder die Bedeutung von Kultur- und Sprachkenntnissen auch in der Welt der Geschäftsbeziehungen, wie es die Japan Expertin Dr. Silke Bromann ausführte.

Eine Messe mit schönem Wetter und der Hof des Messezentrums füllte sich mit den Besuchern. Bei einem leider ein wenig teuren Angebot für das leibliche Wohl, bei einer Branche, die nicht mehr reich ist. Aber der Hauptbahnhof war ja nicht  weit, wie es auch andere Besucher bemerkten und dort gab es Frankfurter Grüne Sauce – ein kleiner regionaler Besuch stärkt die Seele, wie es die Steilvorlagen mit ihren Themen zum Denken und Diskutieren taten. Sehr notwendig und mögen sie erhalten bleiben.

Wie man Demokratie mordet

Man wundert sich, wie klug und nachhaltig die Staaten und Kommunen der USA den Angriff ihres Präsidenten überstehen und abwehren. Warum? Es scheint unseren Funktionsträgern, es ist fast egal, welcher Couleur, klar zu sein, dass man die Bibliotheken Kaputt machen muss, denn sie stehen diesem Vorhaben der Zerstörung  kritisch gegenüber. Gegen das Vorhaben des Senats, der Geldgeber und Bewilliger von Berlin, den Bestandaufbau privaten Buchhandlungen zu überlassen, hatten sich unter der Petition Bücher vernichten in Berlin 20.000 Bibliothekare und Buchliebhaber ausgesprochen. Nicht nur, dass die Überlassung dieser Aufgabe fatal an die Buchauswahl durch staatlichen Stellen in den ehemaligen Ländern Ost- und Mitteleuropas erinnert, man bringt damit auch kleine Verlage aus Berlin um ihr örtliches Umfeld, wie der Simon Verlag für Bibliothekswissen immer wieder feststellen muss, der seine Fachliteratur in Linz und Luzern vertreiben kann, aber nicht in Berlin. Brauchen die Berliner Fachleute keine Fortbildung oder sind sie schon Lichtjahre von David Lankes entfernt, der mit Leidenschaft und praktischen Vorschlägen den Bibliotheken ihre Bestimmung als Mittelpunkt der Kommune  geben will. Soll man jetzt Lankes wörtlich nehmen und zu einem Aufstand der Wissens- und Bildungssuchenden auffordern! Ja, wir verlangen bessere Bibliotheken und keine staatlich dirigierten  wir verlangen Möglichkeiten der Bildung und nicht nur einen Ranzen. Und besonders: wir verlangen eine Antwort. Dass Herr Lederer nicht antwortet,  ist übrigens in der Kommune bekannt, wie wir bei einem Gespräch der Bezirksvertreterin Wilmersdorf ihrem Büro erfahren konnten und wie wir es selber auf eine Einladung  nur die Antwort des Büros  des Herrn Lederer erhielten, es bestände kein Interesse!

Lankes_Bibliotheken_Umschlag.indd

ISBN 978-3-9456-10-32 -9

Kann ja sein, aber die Regierenden dieser Stadt irren sich sehr, wenn sie meinen diese Stadt interessiert sich nur noch für Bauten und Bauen. Nein, sie fragt sich nicht mehr wann wird der Flughafen fertig, sondern wer verdient eigentlich an diesem Skandal.  Diese Stadt will Aufklärung, Bildung , Teilhabe! Wie wenig dieser Wille interessiert, zeigt die verächtliche Behandlung dieser Petition. Sollte ein deutscher Trump mal über die hiesige Parteienlandschaft kommen, ist es sicher, dass die Menschen hier, sei es auf staatlicher oder kommunaler Basis, Wehrhaftigkeit vermissen lassen. Sie konnten sie ja nicht üben, sie hatten nicht die richtigen Bibliotheken.