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Mißtrauen und Respekt- Vertrauen und Aufklärung

Seit Tagen ringt die Bundesregierung und weitere bekannte und unbekannte Institutionen und Fachleuten um die Erhöhung der Impfquote – mit weniger oder mehr Erfolg. Bürger, die anfänglich mit der Technik und der Zeit fressenden Schwierigkeit gekämpft hatten, einen Termin zu erringen, sehen nachdenklich auf diese Situation. Einige Lebenserfahrung lehrt uns, was trotz Mühen zum Erfolg führte, beginnt mit einem negativen Image. Dieses wurde dann teilweise durch die gute Organisation der Impfstellen wettgemacht, aber nicht direkt ausgeräumt. Es ist wie mit einem guten Restaurant, man geht hin, weil es nicht anders geht, aber eine gute Erfahrung ist nicht die Quelle von Freude und Lob.

So war es auch mit der Impfung. Einen Impftermin zu ergattern, war schwierig und erforderte bei der älteren Generation oft einen Hilferuf an die junge Generation und damit ein Gefühl der Hilflosigkeit bei dem weiteren Umgang mit der digitalen Welt. Ungut !! da wir ja jetzt wissen, dass ausgerechnet diese Generation recht zahlreich ist.

Daher zeigte sich hier schon ein Problem, das uns noch mehr beschäftigen wird. Es kann gut sein, dass der Schwiegersohn ungehalten reagiert, wenn ihn die in seinen Augen etwas zurückgebliebene Schwiegermutter um Hilfe bittet. Er ist, müde und genervt, nicht immer zu einem Respekt aufgelegt. Eine bestehende Vertrauensbasis wird dadurch nicht genährt, aber sie geht nicht verloren. Aber – dies wird bei aller Rederei um die Digitalisierung vergessen: Die Generation, die den Umbruch von analog zur digitalen miterlebt hat, verfügt über keine digitale Sozialisierung, d-h. sie mag diese vielleicht technisch und als Handgriff noch lernen, aber der geistige und mentale Umbruch erschließt sich sehr oft nicht. Wenn der werte und hoch anerkannte Virologe Drosten daher mehr Aufklärung fordert, dann kann man diese Worte von ihm fast nicht glauben, allzumal er ja wohl auch Kinder hat. Und daher weiß man, wenn nicht direkte Strukturen von einer vertrauensvollen Person in unendlicher Geduld angelegt werden, dann etablieren sich diese sich nicht im Gehirn. Man muss sich also fragen, was von den 2 kg Informationspapier in den Köpfen der Geimpften hängen geblieben ist, die diese vor der Impfung erhielten? Und nicht nur dies, wieweit haben diese Informationen andere verdrängt, die in einem anderen Umfeld wichtiger waren und sogar im Gedächtnis hängen geblieben sind. Es geht ja nicht darum, dass hier nicht genügend aufgeklärt wurde, sondern diese Impfaufklärung sollte alle – in unseren Augen- dunklen und unsinnigen Geschichten verdrängen. Man wollte es eigentlich nicht glauben, eine Impfung die so früh und leicht Schutz gab und versprach, wurde von einer Community ins Abseits gestellt, auch mit der Reaktion, dass nur dieser, denn aller Schutz von Händewaschen und Masken- konnte nur von dieser Impfung gegeben werden.

Man muss jetzt davon ausgehen, dass alle Appelle an die Verantwortung dem Nächsten gegenüber ungehört bleiben, wenn Ängste im Spiel sind. Und wie es nicht möglich ist, alle Ängste der Menschen aus unserer Umgebung, auch wenn wir wissen, dass diese unsinnig sind, diese mit Zureden und Gesprächen zu heilen, so fallen alle Aufklärungsgespräche nicht auf guten Boden, die versuchen, die Menschen umzustimmen.

Wenn es auch nicht gelingt, alle Menschen gegen ihre Vorstellungen von der positiven Seite der Impfung zu überzeugen, diese Situation sollte zum Nachdenken zwingen. Menschen müssen selber von den guten und schlechten Seiten einer Information überzeugt sein. Die altbewährte Aufklärung ist notwendiger denn je. Sie ist der Movens aller medizinischen Erfolge – und sie ist heute- das ist nicht nur nach Trump das wichtigste Grund: sie ist in unserer digitalen Welt nötiger denn je. Der Rattenfänger von Hameln hatte heute nicht nur bei Kindern Erfolg. Johannes Elia Panskus: Fake News, Propaganda und Desinformation im Digitalen Raum ISBN 978-3-945610-55-8 sollte der Leitfaden der Informationssuche werden auf, dass Aufklärung und nicht mystische Erzählungen letztendlich zur Gefahr der Demokratie werden.

https://www.simon-bw.de/books/bibliothekswissenschaft/item/fake-news-propaganda-und-desinformation-im-digitalen-raum

Erbarmungslose Digisate

In einer großen Konferenz des hbz Köln über Stand und Forschung im Jahre 2010: Stand und Entwicklung digital vernetzter Forschung. In Deutschland wurden schon alle Hoffnungen und Wünsche formuliert, die nicht nur Wissenschaftler an diese neue schöne Welt hatten: Proliferation digitaler Medien- neue Wege der Informationsversorgung -Urheberrecht-linked Data Standards für die Publikation von Daten. Aber man ahnte schon damals auch die Probleme: Die Gesetzgebung wird keine zufriedenstellende Lösung der Urheberrechtsproblematik liefern. Die Verbreitung standardisierter offener Lizensierungpraktiken – zusammengefasst unter dem Begriff Open Knowledge- wird zu neuen Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung und wissenschaftlicher Kommunikation führen. Die Open Knowledge Fundation, die sich für die offene Lizenzierung von Inhalten und Daten einsetzt, will damit die Nutzbarkeit und Kompatibilität rechtlich gewährleisten. In Zukunft so die Hoffnung 2010 werden andere Informationsinstitutionen diesem Schritt folgen und ebenfalls Daten und Inhalte der Allgemeinheit zur freien Nutzung zur Verfügung stellen.

Open Data und Open Knowledge werden also nicht die Hoffnung erfüllen, die die Open Society beseelt hat, dass jedermann alle Informationen frei zur Verfügung bekommt.  Auch die Piratenpartie, die in dem Wahljahr vor vier Jahren in der politischen Szene von Berlin mitspielen wollte und mitspielte, konnte dieses Versprechen nicht einlösen. Auf einem anderen Gebiet haben aber die letzten 10 Jahre auch bedingt durch die Corona Epidemie einen Fortschritt gebracht: der fehlenden Alternative zu einer Tagung die virtuell abläuft. Der Beobachtung, dass keine Technik und kein Tool das gemeinsame Diskutieren und Erlebnis ersetzen kann- trifft nicht in dem Ausmaß zu, wie in diesen Jahren festgestellt wurde.

Warum erbarmungslos?

Wie wollen hier nicht ausführen, in wieweit Wikis, Weblogs und Apps die Rolle des allgemeinen Offenen Informationszugangs übernommen haben. Sie erweitern die Informationsressourcen und schränken sie ein. Studierende besonders der Geistesgeschichtlichen Fächer wünschen sich den direkten Zugriff auf Volltexte und erhalten diese, da z.B. die Deutsche Forschungsgemeinschaft unzählige Digitalisierungsprojekte durchgeführt hat, einem Thema, das sich in den Beiträgen des Stephan Büttner. Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses widerspiegelt ISBN 978-3-945610-50-3 Aber man möge mir den Vergleich mit alten Zeiten vergeben, sie schränken auch den Zugang ein, wie im vorigen Jahrhundert die preußischen Institutionen nur denjenigen zu dem gewünschten Buch führten, der Kenntnis von diesen Preußischen Instruktionen hatte. So erbarmungslos kann eine Suche abseits der Apps auch heute noch verlaufen. Ein unbequemer fast zur Verzweiflung führender Akt war die Bestellung des Straßenbahnmagazins bei dem kleinen Verlag der dieses Journal herstellt und vertreibt. Der Erwerb eines Abonnements brachte nicht die Belohnung in Form eines Buches ein, die im Netzt versprochen worden war, aber dies war noch keinen Grund der Verzweiflung. Es kostete uns über 12 Emails, dem Verlag klar zu machen, dass wir die Printausgabe wollen und wir wissen bis heute nicht. ob er diesem Begehren nachkommt.

Dies ist die Begründung unserer Beobachtung, erbarmungslos!

Dieses Heft war für unseren Mitarbeiter gedacht, der durch eine Hirnblutung halbgelähmt in einer Einrichtung liegt. Sie bietet keinen Zugang zum Internet. So sind die Bewohner dort schlechter gestellt als Gefängnisinsassen, denen jetzt Zugang zum Netz zur Verfügung gestellt werden soll. Aber wir wollen davon im Moment absehen. Erbarmungslos ist die fehlende Mühe dem Nutzer gegenüber.  Es wird nicht hingehört, in diesem Fall nicht gelesen, was der Kunde eigentlich will. Es ist nicht R. David allein mit dem Buch Erwarten Sie mehr ISBN 978-3-9456-10-32-9. in den herrlichen Beispielen zu lesen sind, wie gute Bibliotheksarbeit aussieht.

Ob digital oder altmodische in .print, ob auf einen Zettel oder mit einem link. Die Wahl des Mediums muss dem Nutzer überlassen bleiben, solange er diese Wahl nicht als Waffe gebrauche will und dann würde er nicht in die Bibliothek gehen und das ist wiederum schade. Ob Inhalte oder Cover Menschen haben die verschiedensten Gründe für Ihre Liebe zu Büchern: Unsere Autor Willi Bredemeier ist ein solcher Büchernarr. Wir haben zu einer Festschrift solche Lieben gesammelt

Besitzen genügt nicht. Kulturelle Identität und kulturelles Erbe

Zur Diskussion: Beutekunst   

Nicht nur in den Zeiten des Kolonialismus wuchs mit der Eroberung der Welt durch die kolonialen Mächte der Raub kultureller Güter: In den Beständen der Vatikan Bibliothek befindet sich da schriftliche Erbe verschiedener Regionen und Nationalstaaten, die nach dem Ersten Weltkrieg entstanden sind. Wie sehr um diese kulturellen Güter gerungen wurde, zeigt auch die end- und folgenlose Diskussion um das schriftliche Erbe Deutschlands und um Rückführung oder Verbleib in Russland. Das Thema wird aber auch durch die digitale Transformation des kulturellen Erbes aufgegriffen. Stephan Büttner: Die digitale Transformation in Institutionen des kulturellen Gedächtnisses. IDBN 978-3-945610-50-3

https://www.simon-bw.de/books/bibliothekswissenschaft/item/die-digitale-transformation-in-institutionen-des-kulturellen-gedaechtnisse

Mit Kulturgütern der Länder, die im Zuge der Kolonialisierung in Besitz genommen wurden, wurde nach der Eroberung durch die westlichen Mächte ein schwunghafter Handel betrieben. Das hatte auch mit der Entwicklung der Museen zu tun, die im 19 Jahrhundert, sehr oft entstanden als Raritätenkabinett der Landesherrscher zum Aushängeschild der Herrscher wurden. Sie wurden Teil der jeweiligen Repräsentanz. Sie waren auch das Motiv für Ausgrabungen und Forschungen. Dies wird zum Teil sehr deutlich an den Projekten des jungen Kaiserreichs Deutschland. Gleichzeitig waren Wissenschaftler und Forscher den Ergebnissen ihrer Forschungen tief verbunden, wenn man sich in die Geschichten dieser Forschungen vertieft braucht man nur an die Geschichte von H. Schliemann zu denken. Ohne ein tiefes Interesse an der jeweiligen Kultur waren diese Forschungen nicht denkbar.

Die Forschungen der französischen Professorin für Kunst und ihre Ausführungen zur kolonialen Beutekunst und europäischen Museen, in erster Linie französischen und deutschen, haben nun die Diskussion um Museen und ihre Bestände aus den kolonialen Ländern eine neue Dimension gegeben. Wie sehr damit auch das ganze Umfeld in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen die Diskussionen um einzelne Vertreter dieser Epoche und ihre nationale Verwurzelung. Das Radio und hier der Deutschland Funk widmete dem Themenkomplex und allen damit verbundenen Fragen eine lange Sendung am Sonntag den 29.8., in der auch die komplexen Fragen, die mit der geforderten Rückgabe verbunden sind und die nicht nur rechtliche Fragen berühren: so hat z.B. Deutschland einen großen Teil der Kunstgegenstände von Großbritannien gekauft, die als Kolonialmacht ungleich aktiver war als Deutschland.

Diese Diskussion, wie viele der in den Medien geäußerten Meinungen warf die Frage auf, nach Sinn oder besser Ziel dieser Diskussion. Denn sie unterscheidet sich in der Zielrichtung nicht grundsätzlich von dem, den die Beutezüge bewegt haben. Es geht um Besitz. Dies trifft auch auf die Jäger der Räuber zu: Die Beninbüsten, diese wunderschönen geheimnisvollen Abbildungen eines vergangenen Königreiches konnten jederzeit im Ethnologischen Museum in Dahlem besichtigt werden. Es ist uns von keiner Zeit berichtet wurden, an denen diese Ausstellung wegen Überfüllung geschlossen wurde.  Geht es also wieder nur um den Besitz? 

Museen und ihre Ausstellungen sollen Kommunikationsorte sein. Nicht der Besitz von Kunstwerken oder Materialien die uns die Kultur des fremden Volkes vermitteln, berechtigen die Ausgaben dafür, sondern die Kommunikation mit dem Fremden, die damit beginnen soll. Es geht um das Leben mit und durch den Gegenstand. Moderne Kunst bringt das oft ungeschönt zum Ausdruck, wenn der Besucher diese Kommunikation beginnt.

Man hat im Humboldt Forum das berühmte Phonogramm- Archiv geteilt in Gegenstände und die Dokumentation seiner Musik. Damit ist eingetreten, was schon lange Zeit befürchtet wurde und was in Reinform den europäischen und eingeengten Blick rechtfertigt, den ein so schönes Museum wie das Humboldt Forum schon jetzt alt aussehen lässt. Die Gründer des Phonogramm-Archivs, die vor   den Nazis in die USA flohen, ging es um die Welt und Weltläufigkeit im besten Sinn, um Verständnis einer fremden Kultur, um die Kommunikation der Kulturen untereinander.  Die Musikethnologen haben grundsätzlich und sehr korrekt die außereuropäischen Musikinstrumente beschrieben. Diese Kenntnis ist wichtig aber sie vermittelt nicht die Berührung durch einen Sänger und Lautenspieler, wie Dahab Khalil aus Nubien: Artur Simon: Kisir und tanbura – Dahab Khalil ein nubischer Sänger von Sai, im Gespräch mit Artur Simon aus Berlin ISBN 978-3-940862-34-1. Der Anblick seiner Laute und besonders die Informationen über ihre Verbreitung vermittelt erste Informationen über diese Musik, aber ihre Stärke und Kraft vermittelt sie über den Gesang, in den Liedern spricht eine Kultur zu uns.

https://www.simon-bw.de/cd-s/item/dahab-cd

Es werden keine Gegenstände und Kunst mehr geraubt, aber wer weiß heute schon, dass mit der Zerstörung von Aleppo ein lebendige Musikzentrum zerstört wurde, R. Royl Die Realisierung des Ataba in Syrien ISBN 978-3-945610-58-9. Dies geschah heute und ist dem Raub eines Gegenstandes nicht vergleichbar. Es wurden nicht Gegenstände weggenommen, die eigentlich nur der Beginn einer Kommunikation sind, sondern eine ganze Kultur, sowohl heute als auch in der Geschichte wurde hier in Aleppo zerstört und sie kann nicht wieder aufgebaut werden und kann auch nicht zu uns mehr sprechen.

https://www.simon-bw.de/books/musik/item/die-realisierung-des-ataba-in-syrien

Wie die Veröffentlichung: Ethnomusikologie Aspekte, Methoden und Ziele (A-Simon, ISBN 978-3-940862-07-5) zeigt, fehlte es der Musikethnologie lange Zeit an grundlegende Methode dieser Wissenschaft, auch eine Folge der allgemeinen Musikwissenschaft in Deutschland und ihrer Betonung eines klassischen Corpus und Ansehen. Es ist zwar Jahre her, dass der Leiter des Phonogramm Archivs den Auftrag erhielt, über einer Neugestaltung des Musikinstrumenten Museums nachzudenken, aber sein Vorschlag, Instrumente des Museums, der Abteilung für Musikethnologie mit der Sammlung des Musikinstrumentenmuseums zusammenzuführen, waren der Anlass für ein Schreiben, dessen Erschütterung ihm psychisch fast das Leben gekostet hätte. Dabei hätte man dadurch eine Weltläufigkeit geschaffen und demonstriert, die wir heute im Humboldt Forum so schmerzlich vermissen. Die Gelegenheit hier zum Beispiele die Verbreitung der Laute oder Laier zu zeigen, hat man nicht einmal in Betracht gezogen. Man zog sich lieber auf die historischen Bezüge zurück.

https://www.simon-bw.de/cd-s/item/ethnomusikologie-cd

Daher ist es eigentlich folgerichtig, dass die Zentral und Landesbibliothek keinen Platz mehr im, Humboldt Forum fand. Sie ist für keine Klasse gedacht und dient der Aufklärung und dem Wissen der Allgemeinheit. Das war folgerichtig. Die Allgemeinheit hatte im Humboldt Forum keinen Platz. Dabei vergaß man, dass auch im Barock die ersten Fürsten dieser Allgemeinheit Raum gaben und die ersten Lernräume in der Gestalt von Bibliotheken schufen, in der Überzeugung, dass reine Repräsentation ohne Wurzeln bleibt. Dies scheint sich bis Berlin nicht herumgesprochen zu haben. Berlins Schielen nach dem Tourismus trägt hier faule Früchte. Und dies zur Zeit der grassierenden Fake News. Nicht nur schade, sondern gefährlich.  

Stirbt die Kommune?

Gesellschaftliche Debatten, die das Leben in der Kommune zum Thema hatten, waren in Deutschland vor Jahren eher selten. Um gemeinschaftliches Leben zu beschreiben, es entweder zu loben oder zu charakterisieren, bediente man sich der Begriffe wie Nachbarschaft oder auch Verein, gerade Vereine boten eine gute und beliebte Spielwiese für lockere oder traditionelle Gemeinschaften. Aber auch die Nachbarin oder der Nachbar spielte eine große Rolle und nicht nur zum Blumengießen während der Abwesenheit. Aber auch heute hätte die Postzustellung noch größere Probleme, wenn es nicht den freundlichen Nachbarn gäbe.

Kommune lernten so viele erst mit der eingedeutschten Kommunale – hier ist die öffentliche Bibliothek gemeint und Berlin hat- wie auch andere Städte kommunale Galerien. Hier kommt zum Ausdruck, dass der Staat, in diesem Falle die kommunale Ebene Aufgaben der Information und kulturellen Teilhabe übernommen hat, damit nicht der größere Anteil der Bevölkerung von dem Zugang und somit der Teilhabe ausgeschlossen ist.

Es gehört zu den großen Fortschritten in der modernen Aufklärung und damit der Entwicklung des modernen Bibliothekswissens, dass R. David Lankes mit seinem Buch Erwarten sie mehr ISBN 978-3-9456-10-32-9 Kommune für uns neue definiert und damit einen neuen Blick auf auch die Dienstleistungen von Bibliotheken erlaubt. Kommune ist für uns kein Ausdruck für Nutzer oder sogar Leser, es sind die Menschen, an die sich die Bibliothek mit ihren Dienstleistungen richtet, dies können Akademiker, Schüler, Einwohner einer Region o.ä. sein. Es sind die Menschen, an die sich die Dienstleistungen einer Kommune richten und die auch den Rahmen einer Dienstleistung bestimmen und er erzählt dafür sehr viele gute Geschichten. Eine sehr gute Geschichte ist die der kleinen College Bibliothek, deren Leiterin bei einem Vortrag über die Teilnahme der Bibliotheken an der Datenautobahn voller Schrecken fragte, ob sie jetzt Abschied von ihrem Programm nehmen müsste, das darin bestand, dass sich die Collegestudenten zu einer gemütlichen Sonnabend Übernachtung trafen, an der sie ihre Arbeiten vorlasen und diskutierten.

Lankes will in allen Beispielen und in seinen Ausführungen zeigen, dass es weder auf die Aufgabe noch auf die Lösungen ankomme, die eben sehr verschieden sein könnten, sondern auf die Zielrichtung und die Einbindung der Menschen in diese Bibliothek. Deshalb bezieht sich der Titel auch auf die Menschen, die eine solche Bibliothek fordern sollen. Auch die Zukunft der Bibliotheken ist keine Berufsbeschreibung, wie die Arbeit und die Dienstleistung gestaltet werden soll und sie zeigt Beispiele auf, bei denen es gelungen ist die Erwartungen der Kommune in Einklang zu bringen mit den Zielen und Wegen der Bibliothek. Sehr lustig verdeutlicht das auch Christer Hermansson, Ich bin ein Bibliothekar.  ISBN 978-3-945610-60-2 Eine wild gewordene Intellektuelle will der Stadtbibliothek eine geistig hochstehende Literaturreihe verordnen und findet weder die Menschen, die diese ausfüllen sollen, noch die Zuhörer dazu.

Wenn also die Kommune, wie auch immer sie aussehen mag, so wichtig ist, um die Zielsetzung und den Ausbau einer Bibliothek zu bestimmen, was ist zu tun, wenn diese verschwindet und tut sie das. Ob sie wirklich verschwindet, wie der Titel dieses blogs ausdrückt, wissen wir nicht. Aber es gibt zwei Krisen, die es denkbar machen: 1.Die Panepidemie und 2. der Ausgang der Afghanistan Krise. Jetzt ist das Geschrei über die Vernachlässigung der Kinder und Jugendlichen während der Epidemie groß. Aber was geschah während der Zeit als dies Antwort auf diese Epidemie lediglich die Abschließung war. Keine Kommune, die sich immerhin Wege ausdachte, um diese entsetzliche Situation zu lockern oder kleine Auswege zu zeigen, 2. Die Situation in Afghanistan. Hat hier nicht im Untergrund ein Zusammenhalt, man sträubt sich diese eine Kommune zu nennen, eine Rolle gespiel , der mehr involviert war und mehr wusste, als alle Geheimdienste zusammen. Warum war man so wenig informiert, warum wusste man nichts davon, was sich zusammenbraute. Brücken bauen und Universitäten ist wirklich sehr verdienstvoll aber ist man nicht an der Wirklichkeit vorbeigegangen und hat sich darum nicht gekümmert. Aber wir brauchen gar nicht so weit zu gehen. Im Humboldt Forum sollte die Zentralbibliothek einen Platz finden, aber ist man in alte imperialistische Formen zurückgefallen? Aufklärung, Information, eine Bibliothek für die Kommun? Nein, man hat eine Ausstellung für die angebliche Elite geschaffen der Rahmen für die Kommune fiel unter den Tisch, lieber gibt man sich der endlosen Diskussion über geraubte Güter hin. Es mag eine Leerstelle in unseren Vorstellungen sein, die manchen heute im Vergleich zu früher schmerzlich bewusst wird. Aber eine Kommune ist nur nicht Klebstoff, ohne sie fehlt einer Gemeinschaft das, was sie ausmacht und was z.B. in der Klimakatastrophe in Nordrheinwestfalen.so wunderbar deutlich wurde. Ohne diesen kommunalen Zusammenhalt sind wir wirklich verloren.

Boox Match und Lesemotive

Wer erinnert sich noch ihrer, die umfassende, etwas arrogante GMD, Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung, die den Beginn der elektronischen Datenverarbeitung in Deutschland begleitete. So fand auch vor mehr als 30 Jahren

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ein Workshop statt, bei dem die neueste Kreation vorgestellt wurde: eine Software, die laut Systematisierung den Leser zu dem gewünschten Buch wies und so Beratung, Gespräche, Hinweise überflüssig machte. Dieser hochfeine Workshop hatte einen Fehler, es befand sich unter den Teilnehmern eine ganz gewöhnliche Bibliothekarin, die diesen Workshop mit der Bemerkung störte, aber das ist ja unser alter Stoffkreis, nur eben elektronisch. Stoffkreise sind heute auch unbekannt. Es waren die ersten Übungen, die Berufsanfänger zu bewältigen hatten, d.h. Listen zu erstellen, die Bücher thematisch zusammen gruppierten. Wenn diese Berufsanfänger ins Grübeln verfielen, ob die Judenbuche wirklich den gleichen Leser ansprechen würde, wie die Krimis von Hammett, dann waren dies die ersten Schritte in einen manchmal schwierigen Berufsalltag.

Aber siehe da! Alle kommt wieder. Jetzt bringt Boox Match Qual Fiktion ein Logarithmus gesteuertes Empfehlungsportal als Alternative zu Amazon. indem es im Matchingverfahren unser Wunschbuch ermittelt und anbietet. Und weil es so überzeugend ist, folgt VLB gleich mit einer neuen Klassifikation, die auf frisch entwickelten Lesemotiven beruhen – auch dieses mithilfe künstlicher Intelligenz ermittelnd, also im Verfahren ähnlich wie Booxmatch. Nur mit dem großen Unterschied, dass die neue Klassifikation beruhend auf Lesemotiven nicht den Ehrgeiz entwickelt, Amazon Konkurrenz zu machen, sondern allen Verlagen, die ihre Bücher anmelden, die ähnlichen Seufzer der Inkompetenz hervorrufen werden, wie das ehemalige System. Branchenexperten füttern und prüfen das lernende System schreibt fröhlich das Börsenblatt 29, 2021:24 und beruft sich auf die Vorteile einer maschinellen Unterstützung für das neue System. Wir wollen dem nicht widersprechen und doch wäre jetzt vor diesen neuen (alten) Systemen ein Nachdenken darüber angebracht, warum eigentlich einige Buchhandlungen oder noch passender die ganze Buchbranche so gut durch die Coronakrise gekommen ist. Das Börsenblatt zählt dankbarer Weise diese auf und man möchte hier generalisierend sagen, es sind nicht die neuesten Teddybären oder andere Luxusausstattungen, es war die Hinwendung zum Leser zum Kunden. Diese suchten das Gespräch und man kann sagen, nicht nur waren die Buchhändler von ihren treuen Kunden begeistert, sondern auch die Kunden von ihren Buchhändlern. Diese gingen nur zu gerne zu ihrer Buchhandlung. Und welcher neuer oder alter Kunde wird nicht das gerne machen, was man früher gemacht hat, über Bücher sprechen. Das wurde dem Fernsehen überlassen, wo es einen langsamen aber sicheren Tod starb. Eine Wiederbelebung wäre willkommen, es brauchen nicht immer die Reich – R’s zu sein.

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Guten Tag haben Sie Bücher ISBN 978-3-940862-60-0 Fragen jetzt seit vielen Jahren 4 Bibliothekarinnen aus Marzahn und zeigen auf lustige aber auch nachdenkliche Weise, mit wieviel verschiedenen Fragen und Sprüchen sich Menschen aus ihrer Bibliothek Hilfe und Unterstützung holen. Ich bin ein Bibliothekar sagt der   schwedische Kollegen aus einer Stadtbibliothek und beweist, wie wichtig dieses Verständnis ist, viele wichtiger als alle intellektuellen Standortbestimmung.  ISBN 978-3-945610-60-2. Wichtiger für die Kommune und ein gutes Miteinander! Christensen ist ein begeisterter Bibliothekar, er macht nicht nur die alten Arbeiten gerne, die im Grunde – trotz maschineller Praxis sich nicht grundlegend geändert haben, Bücher müssen auch heute noch zurückgestellt werden er liebt seine Arbeit, Menschen zu Büchern zu bringen und Bücher zu Menschen – und es ist eine herrliche Arbeit – manchmal wird das vergessen – wie gut, dass wir immer wieder daran erinnert werden, und sei es durch die Lesemotive des Börsenvereins.